Sonntag, 18. Januar 2015

Beim Schärfen der Kette das Ende merken

Ich stehe immer vor dem Problem, mir beim manuellen Schärfen der Sägekette zu merken, wo ich angefangen habe. Einen der Zähne mit einem Filzstift zu markieren hat (zumindest bei öliger oder feuchter Kette) bei mir nicht so recht funktioniert.

Daher behelfe ich mir wie auf eine sehr einfache Weise: Mit einem Gummiring. Nachdem ich den ersten Zahn geschärft habe, spanne ich einen farbigen Gummiring über den ersten scharfen Zahn und den benachbarten Zahn der anderen Schnittrichtung. So erkenne ich, bei welchem Zahn ich mit dem Schärfen begonnen habe.


Wie ist das genaue Vorgehen? Kürzesten Zahn (A) suchen und schärfen. Dann Gummiring um diesen und den benachbarten Zahn (B) der anderen Schnittrichtung spannen. Jetzt nacheinander alle Zähne der Schnittrichtung von Zahn A schärfen, bis man wieder beim Gummiband angelangt ist. Danach kommt die Schnittrichtung B dran. Man beginne nach dem Zahn mit Gummiring und feile nacheinander alle Zähne bis man erneut auf den Gummi trifft. Jetzt den Ring entfernen und abschließend den letzten noch übrigen Zahn B schärfen. Fertig.

Die Gummiringe lassen sich am Griff der Feile oder am Kombischlüssel aufbewahren (siehe Hintergrund im ersten Bild).

Passende farbige Gummibänder gibt es z.B. hier.

Sonntag, 30. November 2014

Holzöfen anschüren ohne Rauch

Heizen mit Holz ist weitgehend CO2-neutral. Allerdings wird den Holzöfen häufig vorgeworfen, erheblich zur Feinstaubbelastung beizutragen. Die Umweltverträglichkeit von Holz-Feuerstätten hängt einerseits vom Ofen selbst ab, andererseits aber auch von dessen richtiger Bedienung. Ganz wichtig ist die Verwendung von vollständig trockenem, sauberem Brennholz. Aber auch durch die richtige Technik beim Anfeuern kann man Rauchentwicklung vermeiden. Diese Technik möchte ich hier vorstellen.

Ich habe als Kind noch gelernt, Lagerfeuer von unten her anzuzünden. Kleinholz und Zunder kamen ganz nach unten in den Stapel und wurden von stärkerem Holz bedeckt. Mit zunehmender Hitze entwickelten sich Rausgase, die jedoch nach oben abzogen, ohne mit einer Flamme in Berührung zu kommen. Die Folge war stets eine starke Rauchentwicklung.

Dies kann man vermeiden, indem man sein Holz von ober her anschürt: Dicke Scheite kommen nach unten, dann mittelstarke, und das Kleinholz mit dem Anzünder oben drauf. Rauchgase, die von der Hitze aus dem Holz gelöst werden, müssen so auf dem Weg zum Abzug die Flamme passieren und werden verbrannt. Dadurch gelangt kaum Rauch zum Kamin, und die Feinstaubbelastung wird minimiert.

Ich wende diese Technik seit Jahren mit Erfolg an und bekomme meinen Ofen so problemlos und (fast) ohne Rauchentwicklung zum Brennen. Probiert es doch mal aus!

Samstag, 18. Oktober 2014

Ein Verbandpäckchen für die Ewigkeit

Verbandmaterial gehört zur Standardausrüstung im Forst um Wunden steril abzudecken und starke Blutungen durch Druck von außen zu stillen. Meist dienen hierzu herkömmliche papierverpackte Verbandpäckchen, die zur bessern Haltbarkeit in Folie eingeschweißt werden (s. Foto links oben). Während der Arbeit sind die Päckchen ständig mechanischen Belastungen ausgesetzt. Wird die Verpackung brüchig, ist die Sterilität dahin.

Es gibt aber eine extrem strapazierfähige Alternative: für die Bundeswehr werden Verbandpäckchen hergestellt, die in ein luftmatratzenähnliches Material eingeschweißt sind (s. Foto rechts unten). Dadurch ist der Verbandstoff mechanisch geschützt und wasserdicht verpackt. Ich habe mir mal sagen lassen, dass die Dinger steril bleiben, solange die Verpackung unbeschädigt ist.

Die Päckchen gibt es Internet (google-Suche "Verbandpäckchen Bundeswehr") oder bei Grube (Art.-Nr. 97-032) für 2 - 3 €.

Im Übrigen wird die Wirkung solcher Verbandpäckchen für das Stillen lebensbedrohlicher Blutungen eher überschätzt. Aber davon später mal mehr...

Dienstag, 7. Oktober 2014

Hände von Baumharz befreien

Wie kriegt man harzverschmierte Hände nach der Waldarbeit wieder sauber? Mit einem biologischen Harzlöser, den praktisch jeder zu Hause hat: Butter. Reibt man sich die Hände mit Butter ein, löst sich das Baumharz, und Butter mit Harz lassen sich mit Seife oder Spülmittel abwaschen. Soll auch mit verharzten Seilen funktionieren, habe ich aber noch nicht ausprobiert.
Danke an Ferdinand für den Tipp!

Sonntag, 5. Oktober 2014

Willkommen zu Forst hacks!

Forst hacks, das sind kleine Tipps und Tricks für den Arbeitsalltag im Forst - manchmal profan und selbstverständlich, manchmal vielleicht auch ausgefuchst und kreativ.
Hack steht im Englischen für Hieb, hier ist aber eine andere Bedeutung gemeint: Hack ist das Arbeitsergebnis eines Hackers, eine clevere, originelle Problemlösung; ursprünglich im Computer-Zusammenhang verwendet, neuerdings ausgeweitet auf andere Lebenssituationen (siehe Wikipedia: Hack).

Ich - der Verfasser - bin frisch gebackener Hobby-Forstwirt und gerade dabei meinen Wald zu erforschen und mir das Handwerk der Forstwirtschaft autodidaktisch zu erarbeiten. Meine Problemlösungs-Versuche möchte ich anderen Forst-Verrückten in diesem Blog zur Verfügung stellen. Freuen Sie sich also auf viel haha und (hoffentlich) ein wenig aha.